
Dean Yates
Dean Yates war viele Jahre Reuters-Korrespondent in Südostasien und im Irak. Nach dem Tod zweier Kollegen durch den Angriff eines US-Kampfhubschraubers in Bagdad – bekannt geworden durch das Video Collateral Murder – stürzte er in eine tiefe Krise. Heute spricht Yates offen über Trauma, Schuld und moral injury, über Verantwortung im Journalismus und den Preis der Wahrheit.
Dean Yates galt als das Ideal eines Kriegsreporters: mutig, empathisch, engagiert. Doch nach Jahren an den Brennpunkten der Welt – darunter die Anschläge von Bali und der Tsunami in Südostasien – war es ein letzter Einsatz, der ihn zerbrach: Im Juli 2007 erschoss die Besatzung eines US-Kampfhubschraubers in Bagdad zwei seiner Mitarbeiter. Die Wahrheit hinter dem „Vorfall“ – ein brutales Kriegsverbrechen – wurde von den US-Behörden vertuscht. Erst das Video Collateral Murder, veröffentlicht vom WikiLeaks-Gründer Julian Assange, zeigte das Ausmaß.
Es folgten Schuld, Trauma und der Absturz in eine schwere psychische Krise. Heute spricht Yates offen über PTSD, über das Zerbrechen an einem moralischen Dilemma – das, was Fachleute als moral injury bezeichnen – und über journalistische Verantwortung und den Preis der Wahrheit. Sein Weg zurück – erschütternd, ehrlich, hoffnungsvoll – ist eine eindrucksvolle Lektion über Menschlichkeit im Ausnahmezustand.
Sein Buch
Line in the Sand gibt er exklusiv für unsere Studierenden frei – und eröffnet in der Stunde der Korrespondenten einen eindrücklichen Blick auf die Realität hinter den Schlagzeilen.