Unsere Verantwortung
Unsere Verantwortung
Journalisten, Redakteure und Medienschaffende
Die Berufsbezeichnungen „Journalist“, „Redakteur“ und „Medienschaffender“ spiegeln heute kein starres System, sondern ein Kontinuum wider:
- Vom klassischen Nachrichtenjournalismus bis zur kreativen, unabhängigen Online-Produktion.
- Vom Redaktionsbüro bis zum Smartphone im Krisengebiet.
- Vom Gatekeeper-Modell zur Netzwerkgesellschaft, in der Vertrauen, Transparenz und Glaubwürdigkeit zu den wichtigsten Währungen geworden sind.
Der journalistische Auftrag
Journalisten haben die Aufgabe, Ereignisse, Entwicklungen und Zusammenhänge so zu recherchieren, zu prüfen und darzustellen, dass sie zur freien Meinungsbildung beitragen. Sie dienen damit der Öffentlichkeit, nicht privaten, parteilichen oder wirtschaftlichen Interessen.
In demokratischen Gesellschaften ist Journalismus ein Dienst an der Wahrheit, an der Transparenz und an der Kontrolle von Macht.
Dieser Auftrag gilt unabhängig davon, ob jemand für ein großes Medium arbeitet, selbstständig berichtet oder digitale Plattformen nutzt.
Entscheidend ist nicht die Plattform – sondern die Haltung.
Journalistische Sorgfalt
Journalisten handeln nach den Grundsätzen der Wahrheitssuche, Fairness und Verantwortung. Dazu gehören:
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Sorgfältige Recherche: Informationen werden geprüft, bevor sie veröffentlicht werden.
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Quellentransparenz: Herkunft und Kontext von Informationen werden kenntlich gemacht, soweit dies die Sicherheit von Informanten erlaubt.
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Trennung von Meinung und Information: Persönliche Ansichten werden klar von Fakten unterschieden.
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Schutz der Menschenwürde: Niemand wird diskriminiert oder herabgewürdigt.
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Berichtigungspflicht: Fehler werden eingestanden und korrigiert.
Diese Prinzipien gelten unabhängig davon, ob jemand als Reporter, Redakteur, Podcaster, Blogger oder Content-Creator arbeitet. Journalistische Sorgfalt ist die Grenze, die Journalismus von bloßer Publikation trennt.
Quellen:
Hanitzsch, T. & Vos, T.P. (2018). Journalism beyond democracy: A new look into journalistic roles in political and everyday life. Journalism, 19(2), 146–164.
Kaltenbrunner, A. & Karmasin, M. (2020). Der österreichische Journalismus im Wandel. Wien: Facultas.
Lönnendonker, J. (2021). Medienethik und digitale Öffentlichkeit. Wiesbaden: Springer VS.
Ward, S.J.A. (2021). Ethics and the Media: An Introduction. Cambridge: Cambridge University Press.