Lehrgang Fachjournalismus

Unsere Intention …

Fachwissen allein genügt nicht.

Wer Öffentlichkeit erreichen will, muss komplexe Zusammenhänge verständlich erklären können.

Der Lehrgang folgt dem Grundsatz:

„Wer nur Journalismus studiert hat, kann von allem nichts.“
– Christian Wehrschütz

Die JOURNALISTS.ACADEMY versteht Fachjournalismus daher als Verbindung von fundierter Fachkompetenz und professioneller Medienarbeit.

LEHRGANG FACHJOURNALISMUS

Zertifikats-Lehrgang für Fachjournalismus

In einer Zeit von Informationsflut, Künstlicher Intelligenz und zunehmender gesellschaftlicher Komplexität werden Menschen gebraucht, die ihr Fach verstehen und dieses Wissen verständlich vermitteln können.

Der Zertifikatslehrgang Fachjournalismus für Expert:innen richtet sich an Fachleute, die ihre Expertise journalistisch, publizistisch oder medienwirksam weitergeben möchten.

Die Teilnehmer:innen lernen, komplexe Inhalte verständlich aufzubereiten, journalistisch zu recherchieren, Interviews professionell zu führen, Fachbeiträge zu verfassen und moderne Medien verantwortungsvoll zu nutzen.

Ziel ist die Qualifizierung von Expert:innen, die ihr Wissen kompetent, nachvollziehbar und verantwortungsvoll in die öffentliche Diskussion einbringen wollen.

Informationen zum Lehrgang

Friedensjournalismus ist kein Rückzug in die Neutralität – sondern eine reflektierte, professionelle Haltung im Umgang mit Konflikten.
Der Lehrgang vermittelt fundierte Kompetenzen für eine professionelle, differenzierte und lösungsorientierte Berichterstattung in Konflikt- und Krisenzeiten. Die Teilnehmenden lernen, wie Sprache, Bilder und digitale Narrative wirken – und wie sie zur Deeskalation beitragen können.

Angelehnt an internationale Konzepte zeigt der Lehrgang, wie Friedensjournalismus konkret wirkt:

    • durch kritische Kontextualisierung,
    • durch multiperspektivisches Erzählen,
    • durch die Zusammenarbeit mit NGOs und internationalen Organisationen, und
    • durch die Gestaltung von Medienbeiträgen, die Verständigung ermöglichen.

Der Lehrgang ist als berufsbegleitendes Weiterbildungsprogramm konzipiert und verbindet wissenschaftliche Grundlagen der Konflikt- und Friedensforschung mit praxisorientierter journalistischer Ausbildung.

Mit einem Umfang von 150 Unterrichtseinheiten (entspricht einem strukturierten Weiterbildungsprogramm auf Certificate-Level), international erfahrenen Vortragenden und einem klar strukturierten Curriculum ist das Programm anschlussfähig an akademische Weiterbildungsformate (z. B. Certificate / Executive Education).

Nie war der Bedarf an kompetentem, verantwortungsbewusstem Journalismus größer. Der Blick auf die mediale Berichterstattung zu Kriegen in der Ukraine, in Gaza oder Myanmar zeigt: Journalist:innen stehen täglich vor der Herausforderung, differenziert und deeskalierend zu berichten – und dabei professionellen Standards treu zu bleiben.

Der Lehrgang eröffnet neue Perspektiven für alle, die Medien nicht nur nutzen, sondern auch bewusst gestalten wollen – als Beitrag zu Dialog, Demokratie und Frieden.

    • Journalist:innen und Medienschaffende aller Formate
    • Kommunikationsverantwortliche, NGO-Mitarbeitende
    • Friedens-, Sozial- und Politikwissenschaftler:innen mit Medieninteresse
    • Engagierte Quereinsteiger:innen aus friedensfördernden Berufsfeldern

Der Lehrgang umfasst 15 Module, eine detaillierte Modul-Übersicht finden Sie im Abschnitt „Module im Überblick" weiter unten.

Durchführung:
Abendtermine unter der Woche + drei Wochenenden (berufsbegleitend)
Ort: Wochenendtermine  in Wien, 1030, Arsenalstraße 11
Diplomvergabe:  in Wien, restliche Termine „live-online“ via Zoom
Umfang: 150 UE (davon: ca. 130 UE mit Trainer:in + ca. 20 UE eigenständige Arbeit)
Abschluss: Entwicklung und Präsentation eines eigenen Friedensjournalismus-Projekts, Peer-Feedback und Diskussion – vor einer Jury

Ein zentrales Element unseres Curriculums ist die Veranstaltungsreihe „Stunde der Korrespondenten“ – ein interaktives Gesprächsformat, das den Studierenden ermöglicht, direkt mit erfahrenen Auslands- und Krisenjournalist:innen in den Dialog zu treten, Fragen zu stellen, Erfahrungen zu reflektieren und berufliche Einblicke aus erster Hand zu erhalten.

Die inhaltliche Gestaltung 

Ob als lockerer Erfahrungsbericht, strukturierter Impuls mit Q&A, oder moderiertes Gespräch – das Format ist flexibel. Es geht darum, den Teilnehmer:innen ein realistisches Bild vom Arbeiten in Krisenzonen zu vermitteln und sie zu einer verantwortungsvollen Haltung im Medienhandwerk zu ermutigen.

Warum die Perspektive der Korrespondent:innen so wichtig ist:

Gerade in Zeiten globaler Krisen, Propaganda und Informationsflut brauchen wir Stimmen wie ihre – kluge, erfahrene und engagierte Journalist:innen, die mehr als nur Schlagzeilen liefern. Die Teilnahme der Korrespondent:innen stellt eine große Bereicherung für den Lehrgang und eine wertvolle Inspiration für die nächste Generation dar.

Die Teilnehmer:innen erhalten nach erfolgreicher Absolvierung ...

    • ein Diplom der journalists.academy  – dieses erhalten die Teilnehmer nach Vorlage der Abschlussarbeit.
    • ein Zertifikat von journalists4peace erhalten alle Absolventen, die in mindestens 75 % der Unterrichtseinheiten anwesend waren.
    • Eine Weiterentwicklung hin zu einer akademisch anerkannten Zertifizierung im Rahmen internationaler Kooperationen ist vorgesehen.

    • Sie stärken Ihre journalistische Identität und Positionierung durch ethische Reflexion und praxisnahe Methoden.
    • Sie lernen, wie Sprache, Bilder und Narrative zur Friedensförderung beitragen können – oder ihr entgegenwirken.
    • Sie vernetzen sich mit Gleichgesinnten und Expert:innen aus Journalismus, Zivilgesellschaft und Bildung.
    • Sie qualifizieren sich für Tätigkeiten im Bereich Medienpädagogik, internationale Kommunikation oder NGOs.
    • Sie gestalten eigene Medienprojekte, die konstruktive Narrative in die Öffentlichkeit tragen.

    • Interesse an Journalismus, Medien oder Friedensarbeit
    • Bereitschaft zur Reflexion und aktiven Mitarbeit
    • Laptop/PC mit Internetzugang
    • Für Online-Einheiten: Webcam & Mikrofon
    • Deutschkenntnisse mindestens auf Niveau B2 – Unterrichtssprache ist Deutsch
    • Englischkenntnisse – „Die Stunde der Korrespondenten“ und Spezialthemen mit internationalen Vortragenden finden auf Englisch statt

€ 2.900,00 für Mitglieder folgender Berufsverbände und NGOs:
Oberösterreicher Presseclub, Steirischer Presseclub, Deutscher Journalisten-Verband (DJV), Deutscher Fachjournalisten-Verband (DFJV),
Freischreiber – Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten, Deutscher Verband der Pressejournalisten (DVPJ), Impressum – Berufsverband der Schweizer Journalistinnen und Journalisten, SFJ AJS – Schweizerischer Fachjournalisten-Verband.

Rotes Kreuz, Caritas, Reporter ohne Grenzen.

Bitte geben Sie bei Anmeldung Ihre Mitgliederdaten bekannt.

€ 3.800,00 für alle anderen Teilnehmenden

Mitarbeitende von NPOs/NGOs wenden sich für Sonderkonditionen bitte an die Lehrgangsleitung.

Die Module im Überblick

Das Curriculum ist modular aufgebaut und orientiert sich an aktuellen internationalen Standards der Friedens- und Konfliktforschung sowie der journalistischen Aus- und Weiterbildung.

    • Definition, historische Entwicklung und Konzepte des Friedensjournalismus (z. B. Johan Galtung, Jake Lynch)
    • Unterschied zwischen Friedensjournalismus und herkömmlicher Kriegsberichterstattung
    • Humanitäres Völkerrecht
    • Genfer Konventionen und Zusatzprotokolle
    • „If war comes to you“ 

Modulumfang: 12 Stunden

    • Theorien der Konflikttransformation und Konfliktanalyse
    • Ursachen und Dynamiken von Konflikten
    • Konfliktstile und Eskalationsstufen
    • Einführung in die Konflikttransformation
    • Prinzipien der gewaltfreien Kommunikation im Journalismus
    • Methoden der Berichterstattung in Krisenregionen

Modulumfang: 12 Stunden

    • Ethik und Verantwortung im Konfliktjournalismus: Wahrhaftigkeit, Verantwortung, Unparteilichkeit
    • Herausforderungen im Friedensjournalismus: Sensibilität, Umgang mit Propaganda und einseitiger Berichterstattung
    • Umgang mit sensiblen Informationen und Quellen
    • Schutz von Informanten und Opfern
    • Fallstudien und ethische Dilemmas

Modulumfang: 15 Stunden

    • Analyse der Rolle von Medien in der Eskalation und Deeskalation von Konflikten
    • Verantwortung der Medien in der Friedensförderung
    • Untersuchung von Propaganda, Falschinformationen und Hassrede
    • Medieninitiativen und -netzwerke für den Frieden

Modulumfang: 8 Stunden

    • Strategien für lösungsorientierte Berichterstattung
    • Techniken zur Darstellung multipler Perspektiven
    • Entwicklung von Narrativen, die Verständigung und Dialog fördern
    • Recherchemethoden und Quellensicherung in Konfliktgebieten

Modulumfang: 12 Stunden

    • Systemdynamiken und Spiral Dynamics
    • Individuelle Aufstellung eines Konflikts
    • Kollektivaufstellung zu einem aktuellen Konflikt

Modulumfang: 14 Stunden als Workshop an zwei Tagen Freitagnachmittag/Samstag ganztägig

    • Storytelling-Techniken für den Friedensjournalismus
    • Interviews führen in konfliktbeladenen Kontexten
    • Trauma-sensible Interviewführung

Modulumfang: 16 Stunden

    • Sensibilisierung für kulturelle Unterschiede in Konfliktdarstellungen
    • Umgang mit kulturellen Stereotypen und Vorurteilen
    • Förderung von interkulturellem Verständnis in der Berichterstattung
    • Kultursensibles Verständnis von Menschenrechten

Modulumfang: 8 Stunden

    • Überblick über die Medienlandschaft in verschiedenen Konfliktregionen
    • Herausforderungen für Journalisten in autoritären Regimen oder Kriegsgebieten
    • Konflikttypen und schematische Einordnung aktueller Krisenregionen
    • Sicherheitsaspekte für Journalisten in Konfliktzonen
    • „Stunde der Korrespondenten“ – im direkten Austausch mit internationalen Reportern aus Kriegs- und Krisengebieten

Modulumfang: 16 Stunden

    • Moderne Technologien in der Konfliktberichterstattung
    • Digitale Medienkonvergenz
    • Immersive Technologien mit ViARsys
    • Das Metaversum als Erfahrungsraum journalistischer Zukunft

Modulumfang: 14 Stunden als Workshop an zwei Tagen Freitagnachmittag/Samstag ganztägig

    • Rolle des Journalismus in der Friedens- und Versöhnungsarbeit
    • Zusammenarbeit mit NGOs und internationalen Organisationen
    • Beispiele erfolgreicher Friedensinitiativen, die durch Medien unterstützt wurden

Modulumfang: 8 Stunden

    • Hinterfragen von Medieninhalten und deren Wirkung
    • Identifikation und Analyse von Frames und Narrativen in der Konfliktberichterstattung
    • Reflexion der eigenen Rolle und Haltung als Journalist
    • Praktische Übungen zur gewaltfreien Sprache und Berichterstattung

Modulumfang: 14 Stunden

    • Analyse und Diskussion von realen Fallstudien des Friedensjournalismus
    • Analyse von Bildern, Videos und digitalen Narrativen in der Berichterstattung
    • Simulationen und Rollenspiele zur Konfliktberichterstattung
    • Erstellung eigener Medienprojekte mit einem Fokus auf Friedensförderung

Modulumfang: 8 Stunden

    • Entwicklung und Präsentation eines eigenen Friedensjournalismus-Projekts
    • Peer-Feedback und Diskussion
    • Evaluation der Lernfortschritte und des gesamten Lehrgangs

Modulumfang: 10 Stunden

    • Lehrausgänge
    • Teilnahme an themenrelevanten Konferenzen und Tagungen
    • Praxisworkshops
    • Optional: KI-gestützte Content-Produktion, Metaverse Maker

      Modulumfang: 12 Stunden

        • Interaktive Lehrmethoden: Seminare sollten Diskussionen, Gruppenarbeiten, Fallstudien (und Rollenspiele) beinhalten, um das Gelernte praktisch anzuwenden.
        • Gastreferenten und Experten: Einbindung von erfahrenen Friedensjournalisten, Konfliktforschern und Friedensaktivisten.
        • Medienanalyse: Analyse von aktuellen und historischen Berichterstattungen über Konflikte, um Unterschiede und Techniken zu erkennen.

Der Lehrgang soll sowohl theoretisches Wissen als auch praktische Fertigkeiten vermitteln und eine ethische Grundlage schaffen, um verantwortungsvoll und wirkungsvoll über Konflikte berichten zu können. Das Bildungsangebot folgt einem Blended-Learning-Ansatz und kombiniert synchrone und asynchrone Lernformate.