Seminarbaustein: Die Kollektive Bewusstseins-Aufstellung – Systemische Konfliktanalyse im großen Feld
Seminarbaustein: Die Kollektive Bewusstseins-Aufstellung – Systemische Konfliktanalyse im großen Feld
In diesem Modul verlassen wir die persönliche Familiengeschichte und nutzen das Medium der Aufstellung, um die tiefenwirksamen Kräfte hinter globalen und gesellschaftlichen Krisen sichtbar zu machen. Die Teilnehmenden agieren als Repräsentanten für abstrakte Qualitäten und kollektive Akteure, um die „Architektur des Konflikts“ zu verstehen.
1. Das Setting der Kollektiven Aufstellung:
Im Gegensatz zur klassischen Familienaufstellung fokussiert dieses Format auf die Wechselwirkungen zwischen übergeordneten Prinzipien. Ziel ist es, die verborgenen Loyalitäten und Blockaden zwischen Nationen und Ideologien zu entlarven.
2. Mögliche Repräsentanten und ihre Dynamik:
-
- Krieg & Frieden: Stehen sie im Dialog oder ist „Frieden“ nur die Abwesenheit von „Krieg“? Oft zeigt sich, dass Krieg eine enorme Anziehungskraft auf andere Elemente ausübt.
- Nation 1 & Nation 2: Sichtbarmachen von Gebietsansprüchen, historischer Schuld und dem Bedürfnis nach Anerkennung.
- Die Menschen: Oft fühlen sich die Repräsentanten der „Menschen“ von den Repräsentanten der „Politik“ oder „Nation“ getrennt oder instrumentalisiert.
- Motive & Ethik: Welche verdeckten Motive (Ressourcen, Macht) stehen im Widerspruch zur öffentlich proklamierten Ethik?
- Religion & Tradition: Wie wirken diese als stabilisierende oder radikalisierende Anker im System?
- Ursache & Zeit: Wir stellen die „Ursache“ auf, um zu sehen, ob sie im aktuellen Geschehen liegt oder eine transgenerationale Altlast (z. B. ein ungelöstes Trauma von vor 100 Jahren) ist.
3. Erkenntnisgewinn durch Repräsentierende Wahrnehmung:
-
- Friedensjournalistische Relevanz: Journalisten gewinnen durch diese Aufstellungen eine tiefere Intuition für die „blinden Flecken“ in der Berichterstattung. Sie erkennen, welche Stimme (z. B. die Ethik oder das Leid der Menschen) im öffentlichen Diskurs fehlt.
- Ursachenforschung: Oft zeigt sich in der Aufstellung, dass die proklamierte Ursache eines Krieges nur ein Symptom einer viel tiefer liegenden Krise (z. B. verletzte Ehre oder Ressourcenangst) ist.
- Lösungsbilder: Was braucht es, damit die Repräsentanten von „Nation 1“ und „Nation 2“ den Blick vom „Krieg“ abwenden und sich gegenseitig als „Menschen“ wahrnehmen können?
4. Integration und Transfer:
-
- Wie lassen sich die gewonnenen Bilder in friedensfördernde Narrative übersetzen?
- Welche Rolle spielt die „Tradition“ bei der Befriedung eines Systems?
- Analyse von Spiral Dynamics innerhalb der Aufstellung: Auf welcher Bewusstseinsebene agieren die Repräsentanten der Macht?